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Wolle in Norddeutschland

Der Rohstoff Wolle spielt im Raum Bremen seit jeher eine bedeutende Rolle. Die industrielle Woll-Verarbeitung in den Kämmereien in Bremen und Delmenhorst sorgte für Wohlstand für Generationen.


Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bremer Wollkämmerei (BWK) in Bremen-Blumenthal und die Norddeutsche Wollkämmerei (NWK) in Delmenhorst gegründet. Bedingt durch die Hafenlage Bremens wurden die Wollballen aus der ganzen Welt direkt an die Kämmereien geliefert. Die Wolle wurde hier gewaschen, gekämmt und in Delmenhorst auch versponnen. Der Wollhandel wuchs immer mehr durch die Nähe zur wollverarbeitenden Industrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Bremen mehr als siebzig Wollhandelsfirmen. Die Bremer Wollkämmerei entwickelte sich zum größten wollverarbeitenden Betrieb der Welt, in dem jeden Tag die Wolle von 50.000 Schafen verarbeitet wurde.

Bremer Wollkämmerei (BWK), Verladung der Wollballen und Begutachtung der Wolle

Die BWK beschäftigte zu Hochzeiten über 5.000 Mitarbeiter, die NWK um die 4.000. Die meisten Familien in der Region hatten in irgendeiner Form einen Bezug zur Wolle und die Arbeit auf der „Wolle“ ernährte weite Teile der örtlichen Bevölkerung. Mit der Zeit wurde die Wollverarbeitung durch die einsetzenden Globalisierung im internationalen Vergleich sehr teuer. 1986 schloss dann die Norddeutsche Wollkämmerei, 2009 folgte die Bremer Wollkämmerei. Auch der Bremer Wollhandel litt immer mehr unter der Abwanderung der Industrie. Die Anzahl der Handelsfirmen verkleinerte sich dramatisch. Noch heute ist Bremen aber ein bedeutender Standort für den Rohstoff Wolle. Hier gibt es weiterhin auf Wolle spezialisierte Lagerhäuser und die Infrastruktur, Wolle aus allen Herkunftsländern in Empfang zu nehmen und problemlos in ganz Europa auszuliefern.


Jeder von uns kam durch seine Ausbildung im Bremer Wollhandel mit der Faser Wolle in Kontakt und sie hat uns bis heute nicht losgelassen. Auch wenn die wollverarbeitende Industrie in Europa in den letzten Jahrzehnten deutlich kleiner geworden ist und die Wollfaser nur noch ungefähr 1% am gesamten Weltfasermarkt ausmacht, so gibt es nach wie vor vitale Unternehmen, die auf den wunderbaren Rohstoff Wolle bauen. In den letzten Jahren sehen wir sogar vermehrt den Trend, das Betriebe den umgekehrten Weg gehen und aus Asien zurückkehren.


Mit der Produktion unserer klassischen Wolldecken setzen wir auf das Bewusstsein der Verbraucher, den Blick auf besondere, regional gefertigte Dinge zu richten, anstatt auf solche, die um den ganzen Erdball transportiert wurden. Wir glauben an die Wolle als einzigartigen Rohstoff und an die Fertigkeiten der Menschen hier im Norden, die Produkte von hoher Qualität und langer Lebensdauer entstehen lassen. Wir sind bestrebt, das Wissen, das über Generationen in unserer Region angesammelt wurde, zu erhalten und unsere Verbundenheit zur Wolle mit der Produktion unserer Wolldecken Ausdruck zu verleihen.

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